Titel
fast fwd: too slow? ist ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt zur Erforschung der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen auf gestalterische Ausdrucksformen und auf unser Kommunikationsverhalten. Im Fokus stehen neue Handlungs- und Spielräume, die es für Designerinnen und Designer auszuloten gilt: Wie können und wollen wir zukünftige Kollaborations-, Vermittlungs- und Kommunikationsformate gestalten? Wo verorten wir unsere dezidierte Rolle als Designer/innen – angesichts der allgegenwärtigen, technologisch induzierten Transformation politischer, sozialer, kultureller und gestalterischer Praktiken?

Unsere Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Aspekten der Digitalisierung fand in einem dreiteiligen Vorgehen statt:

An der FH Dortmund haben Studierende des Fachbereichs Design (MA Szenographie & Kommunikation, BA Kommunikationsdesign) ein Semester lang in experimentellen Workshops digitale Werkzeuge und deren Einfluss auf die Gestaltung untersucht und mit Experten via Skype Fragen zu aktuellen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen besprochen.

In Semesterprojekten wurden verschiedene Themen visuell bearbeitet – vom digitalen Tempo, der Körper-Dekonstruktion im Digitalen bis hin zu Daten als Rohstoff und zu neuen Perspektivierungen des Kommunikationsdesigns.
 
Entstanden sind unter anderem die hier vorliegenden sieben Beiträge in Form von Mails. Sie reflektieren gestalterisch Lese- und Kommunikationsverhalten und nehmen ganz unterschiedlich Bezug darauf.  Die im Seminar entwickelte Website (www.fastfwd.buchlabor.net) zeigt alle entstandenen Projekte, Untersuchungen und Skype Talks. Die einzelnen Beiträge kann man sich per mail zusenden lassen oder als Printversion direkt beim Drucker bestellen.

Im Kompaktseminar am Living Lab in Berlin Kreuzberg haben Studierende der UdK Berlin und der FH Dortmund ortsbezogene Konzepte für die Nachbarschaft am Mehringplatz entwickelt – mit dem Ziel, die Lücke zu adressieren, die häufig zwischen Zielsetzungen von Prozess- oder Technologie-Entwicklung und den Bedürfnissen und Erwartungen von Anwender/innen entsteht. Mit Methoden des Social Design haben sie Möglichkeiten für analog-digitale Werkzeuge thematisiert, die zu einer selbstbestimmten Lösung von Problemen im komplexen sozio-materiellen Stadtraum führen.

Der dritte Teil bietet schließlich Autorinnen und Autoren Raum, Fragen zu kontextualisieren, die uns allgegenwärtig erscheinen: Wie kann der digitale Wandel und damit die Nutzung digitaler Technologien durch einfache Strukturen eine Chance zur Teilhabe bieten? Welche Zuschreibungen – wie etwa Genderkategorien – haben die Chance, neu oder anders formattiert zu werden? Welche Tendenzen lassen sich beobachten, welche Haltungen antizipieren, welche Zukunftsvisionen umsetzen und Szenarien vermeiden?

Im fast fwd: Magazin gehen also Studierende und Expert/innen aus unterschiedlichen Disziplinen Aspekten digitalisierter Alltagswelt nach und teilen uns ihre Erfahrungen, Beobachtungen und Visionen mit. Das Magazin ist im Rahmen der Kooperation zwischen der FH Dortmund, FB Design/buchlabor und dem Design Research Lab der UdK Berlin (Designforschung) im Wintersemester 2015/16 entstanden. Weitere Beiträge, Videos, Fotos, Gespräche sowie ein Print on demand sind hier zu finden: www.fastfwd.buchlabor.net

Der Kompaktkurs am Mehringplatz war eingebettet im Forschungsprojekt „Community Now?“ der Forschungsgruppe Civic Infrastructures am DRLab, gefördert von der Stiftung Deutsch Israelisches Zukunftsforum und in Kooperation mit dem lokalen Partner MadaMe/Die Globale e.V.

Für die Ermöglichung der fast fwd: Kooperation danken wir insbesondere dem buchlabor der FH Dortmund, dem Dekanat der Fh Dortmund und der Projektförderung durch die Kommission für „Hochschulinterne Lehrförderung (HiLF)“, so wie allen beteiligten Studierenden für den vollen Einsatz und die vielen entstandenen schönen Beiträge :-).


Ulrike Brückner und Bianca Herlo