Titel

Abschlussbericht

fast fwd: too slow? 
ist ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt
der FH Dortmund, FB Design/buchlabor und des
Design Research Lab der UdK Berlin (Designforschung) 
WS 2015/16

Ergebnisse
Insgesamt entstanden unterschiedliche Beiträge, die Lese- und Kommunikationsverhalten gestalterisch reflektieren und ganz unterschiedlich Bezug darauf nehmen, was Digitalisierung für die Gestaltungspraktik bedeutet. Sieben in mail gestaltete Hefte experimentieren mit neuen
Wahrnehmungs-, Lese- und Informationsvermittlungsarten. Externe Texte behandeln unterschiedliche Zukunftsvisionen angesichts einer immer vernetzten Gesellschaft, machen Bestandsaufnahmen oder geben Einblicke in Alltagssituationen. Die Ausgaben 01 – 07 wurden also von den Studierenden entwickelt. Die Ausgabe 08 „Tendenzen und Trajektorien“ bot externen Autorinnen und Autoren Raum, Fragen zu kontextualisieren, die uns allgegenwärtig erscheinen: Wie kann der digitale Wandel und damit die Nutzung digitaler Technologien durch einfache Strukturen eine Chance zur Teilhabe bieten? Welche Zuschreibungen – wie etwa Genderkategorien – haben die Chance, neu oder anders formatiert zu werden? Welche Tendenzen lassen sich beobachten, welche Haltungen antizipieren, welche Zukunftsvisionen umsetzen und Szenarien vermeiden?
Im Kompaktseminar in Berlin entstanden drei unterschiedliche Konzepte für eine technologisch gestützte Stärkung der Potentiale vor Ort und einen spielerischen Umgang unterschiedlichen Medien.

Sowohl die Gesamt-Ergebnisse als auch der Prozess sind ausführlich auf der im Seminar entstandenen Webseite dokumentiert: www.fastfwd.buchlabor.net
Die Dokumentation beinhaltet alle entstandenen Projekte, Untersuchungen und Skype Talks, wie auch die öffentlichen Präsentationen: in Berlin am Design Research Lab, in Dortmund im Dortmunder U. Hier waren Beiträge (Installationen, Mails, Filme, Hefte, Wandbilder, Interviews) von Studierenden des Fb Design zu sehen (Master-Seminar Kommunikationsdesign & Szenografie, FH Dortmund).
Auf der Webseite sind die Beiträge nicht nur dokumentiert. Man kann sie sich als Printversion direkt beim Drucker neu bestellen.

Schlussfolgerungen
Der Prozess der gemeinsamen Suche nach Gestaltungsmöglichkeiten, der Ausdifferenzierung von Fragestellungen, der Herausarbeitung von relevanten Aspekten und Entwicklung von einzelnen Sichtweisen war ein sehr spannender, intensiver Prozess, der alle Beteiligten stark forderte. Im ersten Teil des Projektes sahen sich die Studierenden mit einem komplexen und mit hohen Anforderungen ausgestalteten Seminar konfrontiert. Streckenweise fiel es ihnen nicht leicht, die vielen Aufgaben zu bewältigen, sie haben jedoch intensiv an ihren praktischen Projekten gearbeitet und konnten gute Ergebnisse generieren. Die Zusammenarbeit im Kompaktkurs in Berlin zwischen Studierenden aus Dortmund und Berlin war sehr zeitintensiv und fruchtbar. Sie hat gezeigt, wie wichtig es ist, Kooperationen mit anderen Hochschulen einzugehen und andere Vorgehen und Sichtweisen kennenzulernen, aber auch, wie durch einen Ortswechsel es auch leichter fällt, neue Perspektiven anzunehmen. Die Tatsache, dass der Kompaktkurs in Berlin größtenteils im Living Lab am Mehringplatz, also in einer außeruniversitären Umgebung stattgefunden hat, hat die Interaktion zwischen den Studierenden befördert. Im Kompaktseminar standen auch die Methoden sowie der Prozess im Vordergrund.
Sehr gut funktioniert haben die Skype Talks zwischen den Experten (von außerhalb der Hochschule) zu aktuellen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen und den Studierenden im Seminar. Die Skype Talks fokussierten sich auf nur wenige Fragen zu einem vorher bestimmten Thema. Die Studierenden lernen durch die Gespräche Fragen zu stellen und zu reflektieren. Die Gespräche öffnen Türen in der Wahrnehmung und waren ein wertvoller Beitrag für die  Entwicklung der Semesterprojekte. Dieses Format habe ich für meine weiteren Seminare übernommen als zusätzlichen Baustein in der Lehre. Die Talks sind für die externen Gesprächspartner auch zeitlich vergleichsweise viel weniger aufwändig, als beispielsweise die Einladung zu einem Vortrag. Daher war auch die Bereitschaft für ein Gespräch mit den Studierenden sehr hoch.

Perspektivisch birgt ein solches Vorgehen, wie im Rahmen dieser Kooperation vorgenommen, viel Potenzial. Die Verbindung von Seminar, Studierendenaustausch und externen Beiträgen ist ein Konzept, dass auch in Zukunft unbedingt weiterverfolgt werden sollte.